1. Rundwanderung zum Blauen See

 

Kreuztal (370 m/2 km) - Blauer See

(440 m/1 km) - Rübeland (385 m/3 km) =

6 km/2 Std.

Markierung: gelber Querstrich und

Hinweisschilder

 

Der Weg verläuft überwiegend in bewaldetem Gebiet. Radwanderer benutzen besser die F 27. Die Blankenburger Straße Bodehabwerts zur Fußgängerbrücke gegenüber dem Ferienheim Otto Deutsch (Wernigeröder Antifaschist und langjähriger Bürgermeister Rübelands). Die Bahnlinie (Vorsicht!) und Fußgängerbrücke überquerend und dann den Philosophenweg flussabwärts erreicht man ein Quellhäuschen. Hier, im Uferhang, mündet ein Höhlengang, dem das Wasser eines kaum erforschten Höhlensystems entströmt. Wenige Meter flussabwärts im Hangschutt die Quelle des Baches aus der Hermannshöhle. - Weiter auf dem verlängerten Philosophenweg entlang der Bode. An der Kreuztalbrücke auf die andere Flussseite (w Bushaltestelle). Davor rechts ein Tunnel eines Anschlussgleises, das früher in die Diabas-Steinbrüche unterhalb von Neuwerk führte. Links der Brücke, hinter der Bushaltestelle, Felsen aus grauen Tonschiefern und Grauwacken des Unterkarbons (geologisches Naturdenkmal). Zwischen Kreuztal und Bode der Felsen des Krockstein (502 m ü. d. M.). Sein unter anderem durch roteisenreiches Bindemittel und weiße Korallen- und Seelilienreste interessant aussehender Kalkstein wurde in den Jahren von 1715 bis 1889 in der Marmormühle am Fuß des Krocksteins verarbeitet.

Abstecher: Geologisch Interessierte können den Weg am linken Hang des Kreuztales hinaufgehen. Kurz unterhalb des Krocksteingipfels eine flache Schürfgrube in einer Halde. Hier kann rot-weiß-fleckiger sogenannter Rübeländer Marmor und kalkhaltiges Roteisenerz aufgesammelt werden.

Die F 27 in Richtung Hüttenrode wandernd, 33 m über der Straße die Stahlkonstruktion der 99 m langen Eisenbahnbrücke, die seit 1931 die beiden Tunnel der Rübelandbahn verbindet. Wo von links der Peersgrund mündet, auf dem ausgedienten Bahndamm der stillgelegten Zahnradbahn Blankenburg - Tanne in den Westteil des ausgedehnten Geländes der ehemaligen Steinbrüche im Garkenholz. Dort überrascht ein Naturphänomen: Der Blaue See, ein wassergefüllter, bis 14 m tiefer Kesselbruch, wird durch Karstquellen gespeist. Das übersättigte Wasser scheidet Kalziumkarbonat aus, das alle Schwebstoffe (auch Algen) umhüllt, die dadurch an den Seeboden sinken und dort ein weißes, pulvriges Sediment bilden. Daraus erklärt sich das außerordentlich klare Wasser, in dem - wie im Meer - die roten bis grünen Spektralbereiche absorbiert werden, so dass eine blaue Restfärbung verbleibt. Im Sommer kann mit zurückgehender Quellschüttung und gleichzeitigem Nährstoffeintrag durch das Badeverbot missachtende Besucher die Farbe nach grün umschlagen, weil die Algenproduktion nicht mehr kompensiert werden kann. Im Blauen See gibt es keine höheren Pflanzen und Tiere. Sein Wasser ist — zumindest solange ein Abfluss erfolgt — kälter als das anderer Seen. — Im Steinbruchgelände Reste eines 1955 abgerissenen Ringofens. In den Wänden der östlichen Brüche (nahe dem großen Q Parkplatz) sind trichterförmige, lehmgefüllte Senken der tertiären Verkarstung, sogenannte Dolinen, angeschnitten (Sicherheitsabstand zu den Steilwänden einhalten!). Im Bereich der Karstquelle zwischen F 27 und Eisenbahndamm wird an Steinen, Pflanzen und Holz­resten Kalktuff abgeschieden. - Vom Blauen See zurück zum Peersgrund und diesem hangaufwärts bis zum Waldrand folgend, vorbei an schroffen Felsen aus Kalkstein und vulkanischen Gesteinen des Devons. Am Waldrand entlang nach Westen (Nebelsholz, Schornsteinberg, Hüttenfeld) zum Alten Eingang der Baumannshöhle. Über den heutigen Höhlenausgang in der Verlängerung des Weges gelangt man zur Straße Am Schmiedeberg, oder geht über den kurzen, steilen Fußweg zum Eingangsgebäude der Baumannshöhle hinunter.

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